Im Wald erlebt das Kohlendioxid sein grünes Wunder | ||
Über die Sonnenseite des Wachstums | ||
Wichtigste Grundlage für das Wachstum der Wälder- und des gesamten Lebens auf unserer Erde ist die Fähigkeit der Pflanzen, mit Hilfe der Sonneneinstrahlung Kohlendioxid (CO2) und Wasser in Zucker und Sauerstoff umzuwandeln. Der Sauerstoff wird an die Atmosphäre abgegeben (Photosynthese). | ||
Besonders bemerkenswert ist der Aufbau der Biomasse und die langfristige Speicherung der Photosyntheseprodukte bei Bäumen. Während die meisten Pflanzen in der Jugend „nur“ in die Länge wachsen können, ist dies bei Bäumen anders. Durch ein spezielles stammumfassendes, teilungsaktives Gewebe (Kambium) wachsen Bäume bis zu ihrem Tod auch ständig in die Dicke. Das Kambium lässt nach innen, zum Stammzentrum hin, die Holzzellen entstehen, nach außen hin die Bast und Rindenzellen. Die Holzzellen bilden durch Zellulose, Polyosen und Lignin ihre Zellwände. Nach einer Reihe von Jahren stellen die Holzzellen ihre Aktivität ein. Übrig bleiben die verholzten Wände, die dem hochwachsenden Baum Halt, Stabilität und Biegsamkeit verleihen. Dickenwachstum und Holzbildung ist kein kontinuierlicher Prozess. Im Winter legt das Kambium in unseren Breiten eine Ruhepause ein, um im Frühjahr bei steigenden Temperaturen erneut Holz- und Rindenzellen zu bilden. Aufgrund dieser jahreszeitlichen Rhythmik besitzen unsere Bäume ihre typischen Jahresringe. | ||
Stirbt der Baum ab, beginnt im Wald ein allmählicher Zersetzungsprozess der Biomasse Holz. Dieser kann je nach Holzart und Standort von einem bis zu mehreren Jahren dauern. | ||
Im natürlichen Kreislauf wird dieselbe Energiemenge durch Abbau wieder frei., die ursprünglich durch die Photosynthese im Holz gebunden wurde. Außerdem entsteht unter Sauerstoffverbrauch wieder die ursprüngliche Menge Kohlendioxid und Wasser. CO2 und H2O stehen nun erneut für die Photosynthese zur Verfügung. Der Kreislauf ist also geschlossen. | ||
In dieser ausgeglichenen Bilanz liegt die große Bedeutung von Holz als nachwachsendem Rohstoff. | ||
Wälder sind Kohlenstoffspeicher. Durch die Nutzung
langlebiger Holzprodukte, zum Beispiel beim Bauen, bleibt der über die
Jahre gespeichert Kohlenstoff für weitere Jahrzehnte im Holz gebunden.
Die Größenordnungen, in denen sich vor allem der wachsende Kohlendioxid-Anteil der Luft klimaändernd auswirkt, werden von Tag zu Tag deutlicher. Pro Jahr gelangen weltweit etwa 6 Mrd. Tonnen Kohlenstoff als Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre. Davon stammen allein über 80 Prozent aus der Verbrennung fossiler Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle. Abhilfe ist nur von einer drastischen Verminderung des CO2-Ausstoßes sowie von der Bindung des CO2 in Biomasse zu erwarten. Die Forst- und Holzwirtschaft in Deutschland und anderen nachhaltig wirtschaftenden Ländern trägt hierzu in zweifacher Hinsicht bei: zum einen durch kontinuierliche Waldvermehrung und Vorratserhöhung und die damit verbundene Erweiterung der Speicherkapazität des Waldes. Zum anderen durch die Holznutzung und die Bereitstellung des CO2-speichernden Rohstoffs. |
||
Wälder und Holzverwendung können den Anstieg der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre verringern. | ||
In einer Tonne trockenem Bauholz sind 500 kg Kohlenstoff enthalten. Dies entspricht 1,8 Tonnen gebundenem CO2. | ||